Das Dach in seinem heutigen Zustand bereitet große Sorgen. Entlang des Umfangs wurde ein Stück eines verfaulten Balkens herausgeschnitten, an einer Stelle ist das Dach undicht, in der verbindenden Querwand wurden Querhölzer abgesägt – ganz abgesehen von dilettantischen Umbauten. Offensichtlich ist es einfacher, ein neues Dach zu errichten. Außerdem muss auch das Problem der Wärmedämmung der Mansardräume gelöst werden.
Materialien
In der Dachkonstruktion wurden Balken aus Nadelholz verwendet. Diese sollen auf Grundlage der bestehenden Konstruktion durch Eichenbalken ersetzt werden, wobei die traditionelle Bauweise erhalten bleibt.
Im Dachgeschoss ist das geneigte Dach von innen mit einem Lehm-Stroh-Putz verkleidet, der Hohlraum im Dach ist mit Holzspänen gefüllt.
Von außen ist das Dach mit Schiefer in altdeutscher Deckung mit stumpfem Schnitt gedeckt.
Bauliche Veränderungen und Verstöße
Das Dach wurde in den letzten hundert Jahren mehrfach repariert. Beim Entfernen des Putzes wurden verschiedene bauliche Veränderungen festgestellt. Ursprünglich gab es im Dachgeschoss des südöstlichen Turms nur zwei Gaubenfenster. Später wurden zusätzlich zwei dreiflügelige und ein vierflügeliges Dachfenster eingebaut. Diese passen kaum zum Erscheinungsbild des Gebäudes und sind handwerklich schlecht ausgeführt. Daher ergibt sich die Notwendigkeit eines Umbaus.
Demontage des Giebels der Stirnwand
Um das Dach am südwestlichen Eck symmetrisch zu gestalten, muss der Giebel der Stirnwand umgebaut werden.
Dachkonstruktion
Der geplante Dachtyp ist – wie bisher – ein Mansarddach. Die Dachkonstruktion ist als liegender Dachstuhl geplant. Im Dachgeschoss wird eine Mischkonstruktion aus horizontalen, geneigten und vertikalen Balken verwendet. Dabei ist vorgesehen, dass die Firstlattung die Lasten über zwei Stützen im Bereich des Schornsteins abträgt. Die Gaube über der südwestlichen Ecke wird im französischen Stil der „Guitarde“ ausgeführt. Über dem Treppenhaus ist ein konkav geformtes Kegeldach vorgesehen.
Solaranlagen
Die optimale Ausrichtung der Solarpaneele beeinflusste die Form des Daches. Aus diesem Grund befindet sich der Dachfirst nicht genau in der Mitte, sondern ist leicht zur Nordseite verschoben.
Dachdeckung
Das Dach über dem Treppenhaus soll mit Kupferblech gedeckt werden. Aus konstruktiven Gründen kann die Bedachung des südwestlichen Turms aus einer Kombination von Kupferblech und Schiefer oder vollständig aus Kupfer bestehen. Das übrige Dach soll mit Schiefer in altdeutscher Deckung mit stumpfem Schnitt gedeckt werden.
Dachgauben
Im neu geplanten Dach müssen Lage und Größe der Fenster streng an den Achsen der Fassadenfenster ausgerichtet werden.
Dachgauben am südöstlichen Turm
Hier werden zwei Gauben aus gebrannten Ziegeln errichtet, wie im bestehenden Gebäude.
Dachgauben an der nordöstlichen Ecke
Hier wird eine doppelte Gaube aus Holz errichtet. Ihre obere Abdeckung soll aus Kupferblech bestehen.
Eckgaube an der südwestlichen Ecke
Über der Ecke wird eine Gaube in der Technik der „Guitarde“ errichtet.
Über dieser Gaube wird ein rundes Fenster vom Boden bis zur Decke angeordnet.
Gaube mit Turmform
Diese Gaube soll in der Achse der Fenster des Toilettenraums angeordnet werden.
Dachfenster auf dem Dachboden
Beim Aufräumen des Dachbodens fanden wir ein gusseisernes Fenster. Es ist ein wertvolles Beispiel für Dachfenster. Auf dem Dachboden sollten mehrere Öffnungen dieser Art geschaffen werden.
Schaffung eines Atriums
Um die räumliche Wirkung des Salons im oberen Stockwerk ausdrucksvoller und malerischer zu gestalten, wird ein Atrium geschaffen – eine Öffnung in der Decke zwischen dem oberen Geschoss und dem Dachboden.