Die Familie von Victor Dietel
Victor Dietel war mit Wilhelmine verheiratet. Sie lebten im Haus Nr. 35 (möglicherweise hatte Victor dieses Haus von seinen Eltern geerbt). Sie hatten zwei Söhne, Max und Werner. Zwischen 1908 und 1910 starb Victor.
Victor Dietel (18.12.1833 – ca. 1910) errichtete dieses Mietshaus und war sein erster Eigentümer. Von Beruf war er Appreteur (Behandlung oder Imprägnierung von Textilien mit Stoffen, die ihnen Eigenschaften wie Steifigkeit, Formbeständigkeit, Knitterfestigkeit oder Feuerbeständigkeit verleihen). Seit den 1890er Jahren wird Victor in den Adressbüchern als Privatier geführt, also als jemand, der von den Einkünften seines eigenen Unternehmens lebt. Victor Dietel lebte in einer Zeit, in der die Stadt Greiz Residenz des Fürstenhauses Reuß älterer Linie war (Reuß, Heinrich XXII., gestorben 1902) – ein kleiner Staat auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, der wirtschaftlich erfolgreich und wohlhabend war.
Victor Dietel war mit Wilhelmine verheiratet. Sie lebten im Haus Nr. 35 (möglicherweise hatte Victor dieses Haus von seinen Eltern geerbt). Sie hatten zwei Söhne, Max und Werner. Zwischen 1908 und 1910 starb Victor.
Max Dietel (1867–1938), Fabrikant, war mit Clara Minna, geborene Koch, verheiratet. Sie hatten einen Sohn, Fritz Max Victor August (geboren am 20.02.1908), Diplom-Kaufmann. Am 29.09.1938 starb Max, und da seine Firma „Max Dietel“ verschuldet war, wurden die Villa (Papiermühlenweg 7) und weiteres Vermögen versteigert. Max’ Sohn Fritz fiel am 16.08.1941 als einfacher Soldat an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg. Clara Minna zog anschließend nach Leipzig.
Ernst Werner Dietel (07.09.1869–09.03.1950) war mit Anna Meta, geborene Schaller, verheiratet (08.06.1878–09.06.1928). Sie lebten im Mietshaus seines Vaters. Um 1930–1934 zog Werner in die Irchwitzer Straße 1b um. Er war Fabrikant und Kaufmann, von Beruf Textiltechniker mit Spezialisierung auf die Weberei.
In der Friedhofskartei findet sich ein Eintrag vom 21.10.1910 über den Kauf einer Familiengrabstätte auf dem Neuen Friedhof durch Werner Dietel für die Dauer von 99 Jahren. Dort sind seine Frau Anna Meta Dietel (08.06.1878–09.06.1928) sowie Werner Dietel (07.09.1869–09.03.1950) bestattet.
Emma Schneeweiß war die Ehefrau von Otto Schneeweiß, dem Eigentümer des Hauses in den 1920er bis 1940er Jahren. Auf der Marke steht „E. Schneeweis“. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um eine Aluminiumplatte. Mit diesem Gegenstand ist eine sehr interessante Geschichte des Alltagslebens im vergangenen Jahrhundert verbunden. Vor hundert Jahren war dieses Objekt unter Hausfrauen sehr verbreitet. Frauen bereiteten zu Hause den Teig vor, da sie selbst keinen Backofen besaßen. Anschließend brachten sie den Teig zu speziellen Bäckereien, wo er gebacken wurde. Dort wurden solche persönlichen Namensmarken benötigt, da viele Menschen diesen Service nutzten. Die Marke wurde mit der spitzen Seite in den Teig gesteckt und so in den Ofen gegeben. Auf diese Weise konnte keine Verwechslung entstehen, wem welches Brot oder Gebäck gehörte.