Werkstoffe

Die Auswahl an Materialien für die Uhrenherstellung ist vielfältig. Angesichts der modernen Bearbeitungsmöglichkeiten und des Angebots auf dem Markt sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, wobei eine wichtige Bedingung stets beachtet werden muss: Die Uhren müssen präzise und zuverlässig sein. An erster Stelle steht dabei selbstverständlich Stahl, gefolgt von Messing, Bronze, Gold, Silber, Holz, Knochen, Perlmutt, Stein und anderen Materialien. Für die ästhetische Gestaltung der Uhren verwende ich Intarsien, Gravuren auf Holz, Knochen, Stein und Guss.


Elfenbein

Anschnitt eines Elefantenstoßzahns (Elfenbein). Typische netzartige Struktur. Winkel der Linienstruktur 100–120°.

Zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten verabschiedete die Weltnaturschutzunion (IUCN) 1963 eine Resolution zur Unterzeichnung eines internationalen Abkommens. Ein solches Dokument ist seit 1975 die CITES-Konvention (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), die verschiedene Schutzstufen für über 33.000 Tier- und Pflanzenarten vorsieht. Seitdem ist keine durch den Handel gefährdete Art ausgestorben. Die Konvention regelt den internationalen Handel, indem Import, Export, Re-Export und Einfuhr bestimmter Arten nur mit Genehmigungen und Zertifikaten erlaubt sind. Russland trat der Konvention 1992 als Rechtsnachfolger der UDSSR bei, die 1976 beigetreten war.

Elfenbein ist das Zahnmaterial der Stoßzähne afrikanischer und asiatischer Elefanten sowie des Mammuts. Es ist sehr hart und gut bearbeitbar. Es wird aus Afrika und Indien exportiert. In Russland werden zahlreiche Mammutstoßzähne (ausgestorbene Elefanten) im Nordosten Sibiriens gefunden. Elefantenstoßzähne erreichen Längen von bis zu 2,5 m und ein Gewicht von 90 kg. Der Querschnitt ist elliptisch, die Struktur ähnelt Holz: Die oberste Schicht ist etwa 3 mm dick und unterscheidet sich kaum von der Hauptmasse, gelegentlich dunkel gefärbt. Elfenbein besteht zu 56–59 % aus Calciumphosphat. Die Härte beträgt im Mittel 2,75–3,5 nach der Mohs-Skala. Die Dichte liegt bei 1,7–1,85 g/cm³, beim Mammut bei 2,0–2,2 g/cm³.

Struktur der Zeichnung

Das typische netzartige Muster im Querschnitt von Stoßzähnen kommt nur bei Elefantenartigen vor. Die, auch Retzius'sche Linien genannte Struktur zeigt verschiedene Schnittwinkel. Der Winkel der Linienstruktur variiert je nach Art.

Winkelwerte:

  • Bei Elefanten-Elfenbein: 100–120°
  • Beim Mammut: 80–90°
  • Beim Mastodon: 40–50°

Mammutstoßzahn-Knochen

Anschnitt eines Mammutstoßzahns (Mammutelfenbein). Typische netzartige Struktur. Winkel der Linienstruktur 80–90°.

Die Geschichte der Nutzung von Elfenbein als wertvolles Material reicht Jahrhunderte zurück. Es gibt Hinweise, dass die alten Griechen Statuen aus diesem Material fertigten. Aus Knochen wurden Buchdeckel für heilige Schriften, Konsulat-Diptychen, Spielwürfel und Dominosteine hergestellt (deren Namen erinnern an das Material). Im 18. und 19. Jahrhundert dienten dünne Elfenbeinscheiben als Basis für Porträtminiaturen. Sie wurden auch für Klaviertasten verwendet. Elfenbein findet außerdem Anwendung in Intarsienarbeiten.

Der Handel mit Elfenbein, der große Gewinne einbrachte, führte zu rücksichtsloser Dezimierung der Populationen. Daher wurden der Indische Elefant und bestimmte Populationen des afrikanischen Savannenelefanten von der Konvention in die höchste Schutzstufe (Anh. I WA; Anh. A EG-VO) eingestuft, und 1989 beschloss CITES, das Töten von Elefanten und den Elfenbeinhandel zu verbieten. 1997 erlaubte CITES jedoch, nachdem einige afrikanische Länder ihre Bestände stabilisiert hatten, Botswana, Namibia und Simbabwe, 50 Tonnen Elfenbein nach Japan zu verkaufen.

Die CITES-Kontrolle erstreckt sich nicht auf Mammutstoßzähne, da diese Art in prähistorischer Zeit ausgestorben ist.

In der EU gelten die Bestimmungen der Konvention über die Verordnungen VO (EG) Nr. 338/97 und VO (EG) Nr. 865/2006. Demnach genießt afrikanisches Elefantenelfenbein den höchsten Schutzgrad (A). Für die kommerzielle Nutzung von Elfenbein ist eine offizielle Ausnahmegenehmigung erforderlich, die nur bei legaler Einfuhr vor dem 18. Januar 1990 ausgestellt werden kann. Innerhalb der EU gilt hierzu grundsätzlich die Rechtslage der Bundesrepublik Deutschland (Amtsblatt der EU Nr. 1 140/18 vom 23.05.1997).

Jeder, der mit diesem Material arbeitet, muss ein entsprechendes Buch führen (Aufnahme- und Auslieferungsbuch nach § 8 Bundesartenschutzverordnung) für Elfenbein, in dem Herkunft, Gewicht der Abfälle, Sägespäne (einschließlich Staub) und fertige Produkte lückenlos dokumentiert werden.

Perlmutt

Perlmutt. Abalon.

Holz

Amboina.